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INDUSTRIE

Umfrage zum Industriestandort Deutschland im Jahr 2011

Die IHK NRW ist im Rahmen einer landesweiten Umfrage der Frage nachgegangen, wie die Industrie in Nordrhein-Westfalen die Standortbedingungen in Deutschland und die Politik der Bundesregierung beurteilt. 180 Industrieunternehmen in NRW beteiligten sich daran.

Industrie wünscht sich eine wirtschaftsfreundlichere Politik
Nach den nun vorliegenden Ergebnissen zeigt sich, dass demnach eine knappe Mehrheit der Unternehmen die Maßnahmen der Bundesregierung als positiv beurteilt. Rund 45 Prozent allerdings bewertet die Politik als „eher hemmend“ bzw. „hemmend“. Die Industrieunternehmen in NRW wünschen sich eine stärker auf die Belange der Wirtschaft ausgerichtete Politik, so das Fazit von Paul Bauwens-Adenauer, Präsident der IHK NRW.

Geeignete Standorte zu finden, wird zunehmend schwierig
Die Stärken des Standorts Deutschland sind für die Industrie die Qualität der Fachkräfte, der Soziale Frieden und die Verfügbarkeit von Zulieferern und Dienstleistern vor Ort. Als Defizite nennen die Unternehmen die mangelnde Akzeptanz von industriellen Großprojekten, die Steuern und Abgaben sowie die Energiekosten. Die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen wird noch als ausreichend beurteilt, aber die heranrückende Wohnbebauung, restriktive Ausweisung von Flächen und Auflagen machen es für Neuansiedlungen, aber auch für bestehende Unternehmen zunehmend schwierig, geeignete Standorte zu finden bzw. zu erweitern.

Investition in Weiterbildung und Erschließung neuer Absatzmärkte
Um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen, wird mehr als die Hälfte der Unternehmen stärker als bisher bzw. erstmals in die Weiterbildung der Mitarbeiter investieren. Auch die Erschließung neuer Absatzmärkte hat für mehr als 50 Prozent der Befragten Priorität. 

Unternehmen fordern sichere Energieversorgung
Hohe Energie- und Rohstoffpreise zwingen die Unternehmen zu mehr Effizienz, um künftig bei Preisen und Kosten mithalten zu können. Konkrete Pläne, die Produktion ins Ausland zu verlagern, haben die meisten Unternehmen nicht, einige denken jedoch angesichts der stetig steigenden Energiepreise hierzulande über Verlagerungen nach. Die betrifft insbesondere Betriebe aus energieintensiven Branchen. Vor dem Hintergrund der angekündigten Energiewende fordern die Unternehmen eine sichere Energieversorgung, den Ausbau der Netze und die forcierte Erforschung neuer Speichertechnologien.

Finanzmarktregulierung wird kritisch beurteilt
Großen Handlungsbedarf sehen die Unternehmen auf dem Gebiet der Finanz- und Wirtschaftspolitik, insbesondere bei der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und bei Erleichterungen bei der Unternehmenssteuer. In der Arbeitsmarktpolitik wünscht sich die Industrie geringere Lohnzusatzkosten sowie flexiblere Regelungen bei Arbeitszeiten und Kündigungsschutz. Mit großer Sorge betrachtet die Industrie in NRW die derzeitigen Finanzmarktregulierungen. Die Unternehmen fürchten, dass die Banken künftig zurückhaltender bei der Kreditvergabe sein werden, wenn eine höhere Unterlegung der Kredite mit Eigenkapital gefordert wird.

Die komplette Studie "Der Industriestandort Deutschland im Jahr 2011 aus der Sicht nordrhein-westfälischer Industrieunternehmen" ist als Download unter "Mehr zu diesem Thema" abrufbar.

DOKUMENT-NR. 85444

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