Integration

DIHK Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Großes Engagement für die betriebliche Integration von Flüchtlingen im Mittelstand - Netzwerk„Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ hat über 1.000 Mitgliedsunternehmen

 
Am 1. Dezember haben sich der frühere Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer mit rund 300 Mitgliedsunternehmen und Multiplikatoren zur ersten Tagung des NETZWERKs „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ getroffen. Sie dankten den über 1.000 Mitgliedsunternehmen des NETZWERKs für ihr großes Engagement bei der Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Beschäftigung.
DIHK-Präsident Dr. Schweitzer berichtete, dass „300 NETZWERK-Mitglieder, davon mehr als die Hälfte kleine und mittelständische Unternehmen, insgesamt bereits rund 2.500 Geflüchteten einen betrieblichen Einstieg ermöglicht haben“. Schweitzer wies darauf hin, „dass sich diese Zahlen nicht hochrechnen lassen. Das Engagement ist beispielhaft, viele weitere Unternehmen können davon profitieren“.
Schweitzer forderte Politik und Verwaltung auf, die Unternehmen durch die richtigen Rahmenbedingungen zu unterstützen: „Das Integrationsgesetz ist ein wichtiger Schritt. Beispielsweise sollte die „3+2“-Regelung unbürokratisch, nachvollziehbar und transparent umgesetzt werden – immer mit dem Ziel der Integration von Geflüchteten.“
Der damalige Bundeswirtschaftsminister Gabriel betonte, wie wichtig es sei, den geflüchteten Menschen eine realistische berufliche Perspektive zu geben: „Das Engagement insbesondere der vielen kleinen und mittelständischen Betrieben bei der Integration von Flüchtlingen ist beeindruckend. Manche der zu uns kommenden Flüchtlinge denken aber nach wie vor, es gäbe nur zwei Alternativen – sofort zu arbeiten oder zu studieren. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam am Ball bleiben und aufzeigen, dass der Weg zu einer qualifizierten und gut bezahlten Beschäftigung auch über eine Ausbildung führt. Mit dem Integrationsgesetz und der „3+2“-Regelung haben wir für die Betriebe und für Auszubildende wichtige Regelungen geschaffen. Diese gilt es nun einheitlich anzuwenden. Denn Arbeit und Ausbildung ist eine wichtige Brücke für eine erfolgreiche Integration.“
Das Kälte- und Klimatechnik-Unternehmen HEIFO Rüterbories wurde auf der Tagung als 1.000 Unternehmen des Netzwerks geehrt. Das KMU aus Osnabrück mit rund 250 Mitarbeitern hat syrischen Flüchtlingen Praktika verschafft und wird einen Geflüchteten ausbilden.
Aus dem Kammerbezirk der IHK Düsseldorf haben sich bereits über 50 Mitgliedsunternehmen dem Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ angeschlossen. Es bietet Betrieben Informationen zu Rechtsfragen, Integrationsinitiativen und ehrenamtlichem Engagement. In Webinaren, Publikationen und auf seiner Online-Plattform liefert es Praxis-Tipps zur Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung. Zudem organisiert das Netzwerk den Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedsunternehmen auf regionalen Veranstaltungen im ganzen Bundesgebiet – bislang bereits mehr als 150 Mal seit März 2016.
Das auf Initiative des DIHK entstandene Netzwerk wird vom Bundeswirtschaftsministerium finanziell gefördert.
In diesem wird das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ etabliert, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) finanziert wird. Ziel ist es
  • betriebliches Engagement für Flüchtlinge in Deutschland sichtbar zu machen,
  • Unternehmen Wege aufzuzeigen, wie sie die Integration von Flüchtlingen unterstützen können und
  • Unternehmen dabei zu helfen, ihr Engagement noch effektiver zu gestalten.
Um die Ziele zu erreichen, wird ein bundesweites Unternehmensnetzwerk aufgebaut,
  • das Informations- und Serviceangebote bei Fragen zur Flüchtlingsintegration bietet,
  • Best-Practice-Beispiele benennt und
  • einen Wissensaustausch ermöglicht.
Unternehmen, die sich für das Netzwerk engagieren und Mitglied eines Forums werden möchten, von dem alle Beteiligten profitieren, registrieren sich bitte unter
Dort finden sie auch weitere Informationen zum Netzwerk. Nach der Registrierung wird das DIHK-Projektteam sich bei ihnen melden.
Die Teilnahme ist kostenlos.

Beschäftigung von Flüchtlingen

Unternehmen, die Menschen mit Fluchthintergrund eine berufliche Chance geben wollen, können sich so ein neues Fachkräftepotenzial erschließen.
Bewerber finden
Wer einen Flüchtling ausbilden oder beschäftigen möchte, wendet sich dafür entweder an den IHK-Willkommenslotsen oder unter Telefon 0800 4555520 an den Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur.
Der Anrufende gelangt unter dieser Nummer direkt an die Arbeitsagentur in Düsseldorf oder Mettmann. Hier erhalten Unternehmen Vorschläge für geeignete Bewerber.
Die vorgeschlagenen Bewerber sind bereits überprüft worden,
  • ob sie über den erforderlichen Aufenthaltstitel verfügen, also ein Praktikum, eine Ausbildung oder eine Beschäftigung aufnehmen dürfen,
  • über welche Voraussetzungen sie sprachlich und beruflich verfügen.
Wer nicht über die Arbeitsagentur, sondern über eigene Kontakte eine(n) Bewerber/-in kennt, aber nicht weiß, ob er sie/ihn einstellen darf, benötigt demgegenüber zum Teil einen langen Atem. 
In jedem Einzelfall muss zunächst festgestellt werden, ob ein(e) Interessent/-in überhaupt ein Praktikum, eine Ausbildung oder eine Beschäftigung aufnehmen darf. 
Erste Ansprechpartner für die Flüchtlinge sind die Integration-Points in Düsseldorf oder Mettmann. Hier werden die individuellen Voraussetzungen in Kooperation mit der Ausländerbehörde geklärt. Flüchtlinge erhalten daraufhin Dokumente zum Aufenthaltsstatus, aus denen hervorgeht, in welcher Form sie eine Beschäftigung aufnehmen dürfen.