Pressemeldung Nr. 41 vom 10.05.2017

IHK positioniert sich zum Luftreinhalteplan in Düsseldorf

„Wir müssen Luftreinhaltung regional planen. Denn die Emissionen aus dem Umland (sogenannte Hintergrundbelastung) haben einen Anteil von rund 75 Prozent am zulässigen Stickoxidgrenzwert in der Düsseldorfer Innenstadt. Die Maßnahmen eines Luftreinhalteplans müssen daher auch das Umland einbeziehen“, appelliert Andreas Schmitz, Präsident der IHK Düsseldorf, an die Bezirksregierung Düsseldorf, die bisher eher die Landeshauptstadt im Fokus habe. Die IHK-Vollversammlung hat daher auf ihrer Sitzung am 8. Mai mit großer Mehrheit (eine Gegenstimme, drei Enthaltungen) das Positionspapier zum Luftreinhalteplan Düsseldorf verabschiedet.
„Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, wie sie für den neuen Luftreinhalteplan in Düsseldorf diskutiert werden, bringen uns langfristig nicht weiter, ganz gleich, ob dies durch eine blaue Umweltplakette, generelle oder temporäre Fahrverbote oder eine Maut realisiert werden soll“, so Schmitz. Vielmehr führten derartige Fahrverbote zu erheblichen Beeinträchtigungen im Wirtschaftsverkehr, bei Berufspendlern und Kunden. Denn sie erschwerten die Erreichbarkeit der City und gingen damit zu Lasten der Standortattraktivität Düsseldorfs. Ferner emittierten Dieselfahrzeuge deutlich weniger CO2 als vergleichbare Benziner. Die IHK-Vollversammlung spricht sich daher gegen Diesel-Fahrverbote aus, zumal damit auch das deutsche Klimaschutzziel konterkariert werden würde.
Das IHK-Positionspapier empfiehlt anstelle von Fahrverboten den Verkehr in Düsseldorf zu optimieren, um die Mobilität der Stadt zu erhalten. Denkbar sei zum Beispiel die Verbesserung des ÖPNV, da dieser viele Pkw-Fahrten ersetzen könne. „Je einfacher und planbarer der Umstieg ist, desto mehr Menschen werden den ÖPNV nutzen“, ist Schmitz überzeugt. „Anreize dafür sehen wir in Mobilitätsstationen, an denen man einfach und bequem vom Auto auf den Bus oder das Fahrrad umsteigen kann, aber auch in digital verfügbaren Informationen zu Parkplätzen und Fahrplänen.“
Auch eine bessere Verkehrslenkung, der Ausbau von Radwegen sowie gut ausgeschilderte Fußwege können helfen, das „Umsteigen“ zu erleichtern. „Eine bessere Beschilderung, zum Beispiel vom Hauptbahnhof in Richtung Schadowstraße, Kö und Altstadt, fordert die IHK seit Jahren“, ergänzt Schmitz. Über intelligente Systeme, die die Parkplatzsuche verringerten, wie über alternative Antriebe ließen sich ebenfalls Emissionen einsparen.
Auch der Wirtschaftsverkehr müsse effizienter werden. Die IHK engagiert sich zu diesem Zweck in einem Projekt zur innovativen Innenstadtlogistik, um Lieferungen zu bündeln und Verkehr zu vermeiden. Langfristiges Ziel sei die Nutzung von Elektro-Lkws, um lokal emissionsfrei (be-)liefern zu können. „Wir haben noch viele Pfeile im Köcher, um Emissionen zu verringern. Es sollte daher keine Diesel-Fahrverbote geben“, so Schmitz abschließend.